Neubau Kita Michaelis-Kirche in Leipzig, Gohlis

Wettbewerb  – 1. Preis –

Neubau Kita Michaelis-Kirche in Leipzig, Gohlis

Wettbewerb  – 1. Preis –

Bauherr
Ev.-Luth. Michaeliskirchgemeinde Leipzig
Kinderanzahl
108 (davon 36 Krippe)
KG 200-700
1,83 Mio. €
KG 300/400
1,38 Mio. €
BGF
990 m²
BRI
3.650 m³
Leistung
Wettbewerb 1. Preis, LP 02-09
Fertigstellung
03/2016

Städtebau

Das Gebäude reiht sich als kompakter Baukörper maßstäblich in die Abfolge villenartiger Gebäude entlang der Fritz-Seger-Straße ein. Vorspringende und überhöhte Gebäudeteile untergliedern den Baukörper in maßstäbliche Einheiten. Gleichzeitig brechen die versetzten Kopfbauten die Symmetrie der Anlage und reagieren auf die Ecksituation Fritz-Seger-Straße / Richterstraße. Zugunsten einer dreiseitig umlaufenden Freispielfläche wird das Grundstück von Norden aus der Richterstraße über einen grundstückseigenen Vorplatz erschlossen. Die Baukörperplatzierung ermöglicht eine optimale Untergliederung der Freiflächen in die jeweiligen Bereiche der Krippe und des Kindergartens. Und schließlich fügt sich der Baukörper in den schützenswerten Baumbestand, der gänzlich unbeschadet erhalten werden kann.

Entwurf

Allgemeinbereich und Krippe liegen im Erdgeschoss, Kindergarten und Personalbereich im Obergeschoss.

Jeder Bereich wird von einem zentralen Eingangsbereich und Treppenraum aus erschlossen. Der Treppenraum stellt im Sinne eines Dielenhauses eine Alternative zu durchgehenden Fluren mit anliegendem und brandschutztechnisch abgeschottetem Treppenhaus dar. Das Dielenhaus bildet im Erdgeschoß mit dem Mehrzweckraum und im Obergeschoss mit der vorgelagerten Dachterrasse eine lichtdurchflutete Gebäudemitte.

Der Eingangsbereich mündet  im Erdgeschoß in einen Mehrzweckraum, der wiederum auf die Gemeinschaftsterrasse führt.

Die Krippe nimmt den gesamten erdgeschossigen Westflügel ein. Sie wendet sich den Ihr vorbehaltenen Gartenteil zu.

Der Mehrzweckraum ist auch an die Krippe direkt angeschlossen, um den Krippenkindern der Weg über das das allgemein frequentierte Dielenhaus zu ersparen.

Am Treppenaustritt im Obergeschoss öffnet sich über die Dachterrasse der Blick in den baumbestanden Gartenbereich.

Zu beiden Seiten liegen die Garderoben der Kindergartengruppen. Je zwei Gruppen sind zusammengelegt und teilen sich gemeinsame Garderoben und Sanitäreinheiten. Mit ihrer zusätzlichen Raumhöhe zeichnen sich die Gruppenräume nach außen als Kopfbauten der beiden Gebäudeflügel ab.  Aus je einem der beiden Gruppenräume gelangen die Kinder auf die Dachterrasse. Diese ist dreiseitig eingefasst und bietet den idealen Raum für ein grünes Klassenzimmer.  

Die Anordnung der Treppen und Gliederung der jeweiligen Nutzungsbereiche folgt im Ergebnis einem sorgfältig optimierten Brandschutzkonzept. Die Notwendigkeit von zwei unabhängigen, im Optimalfall gegenläufigen Fluchtwegen wird mit zwei Geschoßtreppen erfüllt, die sich auch funktional und thematisch optimal ergänzen.

Ausgestellte Sitzerker in den Gruppenräumen laden zum Verweilen auf der Fensterbank mit Blick in die angrenzenden Bäume ein. Wie scheinbar willkürlich gesteckte Bauklötzchen verteilen sich Sitzerker und Fensterflächen über die ansonsten klare Gebäudekubatur.