Neubau Kita an der alten Messe in Leipzig

1408 Kita und Förderschule an der „Alten Messe“ LeipzigNeubau Kita  an der „Alten Messe“ in Leipzig

Wettbewerb
(Realisierung siehe Umplanung in separatem Projekt)

Bauherr
Stadt Leipzig
Kinderanzahl
165
BGF
1.620 m²
BRI
12.150 m²
Leistung
LP 01-02 (Realisierung nach Umplanung sh. weiteres Projekt)

Städtebau

Das Gebäude erstreckt sich über die gesamte Breite innerhalb der Straßenbahnwendeschleife Curiestraße.  Als Riegel trennt der Neubau den verbleibenden Kfz-Parkplatz von den künftigen Freispielflächen des Kindergartens. In dieser abschottenden Funktion präsentiert sich die Kita als riegelförmiger Baukörper zum Verkehrsraum des Parkplatzes.

Der Neubau ergänzt als prägnanter Baukörper das von Messe- und sonstigen großmaßstäblichen Sonderbauten geprägte Umfeld.

Gebäudeentwurf

Über das Foyer werden Kindergarten und Krippenbereich gleichermaßen auf kurzem Weg erschlossen. Die Haupttreppe mit den Sitzstufen bietet Verweilqualität für diesen zentralen Raum, der auch Bindeglied zwischen Vorplatz und der gartenseitigen Festterrasse ist.

Der großzügige natürliche Lichteinfall und die zusätzliche Raumhöhe betonen den platzartigen Charakter des vielseitig nutzbaren Foyerraumes. Diese Überhöhung findet sich auch  im anschließenden Mehrzweckraum.

Der Mehrzweckraum kann mit dem Foyer verbunden und auf die Sitzstufenanlage ausgerichtet werden.

Im Obergeschoss grenzen an das Foyer weitere gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Kinderküche, Elterncafé, Leiterbüro, Elternsprech- und Projektraum.

Generell liegen im Erdgeschoss die Versorgungsflächen des Kindergartens und der Krippenbereich, im Obergeschoss die Räume des Kindergartens. Alle Aufenthaltsräume der Kinder sind nach Südosten ausgerichtet.

Während die Versorgungsbereiche mit Küche, Personal- und Nebenräume sich auf die eine Hälfte des EG konzentrieren, befindet sich auf der anderen Seite der gesamte Krippenbereich. Die Krippenräume mit Schlafraum und Sanitärraum bilden je eine eigenständige Gruppeneinheit und werden von Norden über vorgelagerte Garderobenhöfe erschlossen.  Die den Gruppenräumen vorgelagerte Freifläche bleibt den Krippengruppen vorbehalten.

 

Im Obergeschoß liegen sämtliche Kindergartengruppen. Sie unterteilen sich gemäß der Aufgabenstellung in einmal vier und einmal zwei Gruppen. Die gleichermaßen zum Garten hin ausgerichteten Gruppenräume zeichnen sich durch differenzierte Raumqualitäten aus. Die stirnseitig liegenden Gruppenräume verfügen über Sitzerker und zusätzliche Blickbezüge. Andere Gruppenräume erhalten eine erhöhte Spielebene und bieten damit einen geeigneten Raum für Aktion und Bewegung.

Die Gruppen- und Sanitärräume werden über eine Abfolge lichter Garderobenhöfe erschlossen. Die Sanitäranlagen des Kindergartens sind gruppenübergreifend zusammengefasst. Dabei werden die zwei Sanitärräume der Vierergruppe nach Toilettennutzung und sonstiger Sanitärnutzung unterschieden. Der Sanitärbereich der Zweiergruppe ist im Sinne der Integration barrierefrei gestaltet.

Aus dem Kindergarten gelangt man über Außentreppen direkt auf die ebenerdigen Freiflächen. Die Außentreppen erfüllen mit deren sinnvoller Anordnung das notwendige Maß an Rettungswegen und erübrigen weitere Treppen im Gebäudeinneren.

Fassade/Konstruktion

Mit einer flächig gerasterten Fassade (Grundraster 62,5 cm) behauptet sich der prägnante Baukörper inmitten großmaßstäblicher Sonderbauten. Das Fassadenraster besteht aus einem Patchwork unterschiedlich heller Fassadentafeln mit eingestreuten Fensterflächen in zweierlei Formaten. Innen bieten die kleineren Fenster mit teilweise farbigen Gläsern den Kindern ein Farb- und Lichtspiel. Nach außen setzen die vereinzelt farbigen Fenster Akzente in der ansonsten farbneutralen Fassade.

Die großflächig geöffneten Fassaden des Haupteingangs und der Gruppenräume werden hierzu kontrastierend mit witterungsbeständigem Holzfurnier bekleidet. Dadurch erhält der Baukörper  eine klar gegliederte Fassadenabwicklung.

Orientierung und Erschließung des Gebäudes werden somit nach außen ablesbar. Das Gebäude zeigt sich zum Parkplatz hin eher geschlossen und abschirmend, zum Garten hin weiträumig geöffnet.

Grünraum

Der Entwurf gibt eine grundlegende Gliederung des Außenspielbereichs in Teilflächen vor, die in Abstimmung mit dem Nutzer programmatisch ausgestaltet und bespielt werden können.

Der Gartenraum wird durch den umgebenden Baumbestand räumlich gefasst. Er gliedert sich in gebäudenahe Freiflächen mit Festterrasse und Krippengarten, den Bereich für Spielgeräte mit Rollerstrecke und Wiesenflächen.