Neubau Kita und Förderschule an der Alten Messe in Leipzig

Neubau Kita und Förderschule an der „Alten Messe“ in Leipzig

Bauherr
Stadt Leipzig
Kinderanzahl
188 Kindergartenkinder, 88 Förderschüler
KG 200-700
12,2 Mio. €
BGF
4.920 m²
BRI
19.062 m²
Leistung
LP 02-05

Das Vorhaben ist Ergebnis eines Wettbewerbserfolgs für eine zweigeschossige Kita (sh. separate Projektschau). Nach der Vorplanung kam es zu einer Umplanung mit zwei zusätzlichen Geschossen für eine Förderschule.

Städtebau

Das Gebäude erstreckt sich über die gesamte Breite innerhalb der Straßenbahnwendeschleife Curiestraße.  Als Riegel trennt der Neubau den verbleibenden Kfz-Parkplatz sowie den Schulhof der Förderschule von den künftigen Freispielflächen des Kindergartens.

Der Neubau ergänzt als prägnanter Baukörper das von Messe- und sonstigen großmaßstäblichen Sonderbauten geprägte Umfeld.

Gebäudeentwurf

In den unteren beiden Geschossen befindet sich der Kindergarten. Die Förderschule findet Platz in den beiden Obergeschossen darüber.

Über das Foyer im EG werden Kindergarten und Krippenbereich gleichermaßen auf kurzem Weg erschlossen. Die Haupttreppe mit den Sitzstufen bietet Verweilqualität für diesen zentralen Raum, der auch Bindeglied zwischen Vorplatz und der gartenseitigen Festterrasse ist.

Ein Mehrzweckraum kann mit dem Foyer verbunden und auf die Sitzstufenanlage ausgerichtet werden.

Im 1. Obergeschoss grenzen an das Foyer weitere gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Kinderküche, Elterncafé, Leiterbüro, Elternsprech- und Projektraum.

Im Obergeschoß unterteilen sich die Gruppenräume des Kindergartens gemäß der Aufgabenstellung in einmal vier und einmal zwei Gruppen.

Die Gruppen- und Sanitärräume werden über eine Abfolge lichter Garderobenhöfe erschlossen. Die Sanitäranlagen des Kindergartens sind gruppenübergreifend zusammengefasst.

Aus dem Kindergarten gelangt man über Außentreppen direkt auf die ebenerdigen Freiflächen. Die Außentreppen erfüllen mit deren sinnvoller Anordnung das notwendige Maß an Rettungswegen und erübrigen weitere Treppen im Gebäudeinneren.

Die Förderschule im 2. und 3. Obergeschoss ist analog dem Kindergarten über ein zentrales Foyer erschlossen.

Die Klassenräume orientieren sich sämtlich nach Südwesten zum Garten.

Eine Turnhalle im 3. OG bildet sich als zentrales Volumen in der Baukörperkontur ab und bietet als auskragendes Bauteil eine überdeckte Vorzone des Gebäudes.

Fassade/Konstruktion

Mit einer flächig gerasterten Fassade (Grundraster 62,5 cm) behauptet sich der prägnante Baukörper inmitten großmaßstäblicher Sonderbauten. Das Fassadenraster besteht aus einem Patchwork unterschiedlich heller Fassadentafeln mit eingestreuten Fensterflächen in zweierlei Formaten. Innen bieten die kleineren Fenster mit teilweise farbigen Gläsern den Kindern ein Farb- und Lichtspiel. Nach außen setzen die vereinzelt farbigen Fenster Akzente in der ansonsten farbneutralen Fassade.

Die großflächig geöffneten Fassaden des Haupteingangs und der Gruppenräume sowie der Sporthalle werden mit hierzu kontrastierenden Fassadenplatten bekleidet.

Orientierung, Gliederung und Erschließung des Gebäudes werden somit nach außen ablesbar. Das Gebäude zeigt sich zum Parkplatz hin eher geschlossen und abschirmend, zum Garten hin weiträumig geöffnet.

Grünraum

Der Entwurf gibt eine grundlegende Gliederung des Außenspielbereichs in Teilflächen vor, die in Abstimmung mit dem Nutzer programmatisch ausgestaltet und bespielt werden können.

Der Gartenraum wird durch den umgebenden Baumbestand räumlich gefasst. Er gliedert sich in gebäudenahe Freiflächen mit Festterrasse und Krippengarten, den Bereich für Spielgeräte mit Rollerstrecke und Wiesenflächen.